Radkersburg wurde erstmals im Jahr 1182 urkundlich erwähnt.
Im 13. Jahrhundert erfuhr die alte Siedlung eine präzise Neuanlage, aus
ihr wuchs die heutige Stadt Bad Radkersburg. Im Jahr 1265 noch als Markt
genannt, erscheint Radkersburg 1299 als Stadt. Von vornherein war der
Ort als Grenze und Sperre gegen Ungarn bestimmt, die Lage an der Mur und
an anderen wichtigen Handelswegen machten die Stadt zu einem wichtigen
Handelszentrum. Mehrere von Landesfürsten verliehene Privilegien waren
die Quellen des Wohlstandes. Die wichtigsten unter ihnen waren das
„Niederlasungsrecht“ und das Privileg des „Weinvorkaufs“. Zu den
wichtigsten Handelsgütern zählten Wein, Honig, ungarisches
Schlachtvieh, Eisen und Salz.
Aufgrund neuer Verteidigungstechniken
und der steigenden Bedrohung durch das Osmanische Reich, wurde die
Befestigung im 16. Jhdt. unter der Leitung oberitalienischer Baumeister
ausgebaut. Radkersburg wurde am Reichstag zu Augsburg zur Reichsfeste
ernannt und ist heute beinahe lückenlos erhalten.
Am Ende des ersten Weltkrieges wurde
die Stadt von SHS (Serben, Kroaten, Slowenen) Truppen besetzt. Der
Aufstand gegen die Besetzer im Februar 1919 war militärisch erfolglos.
Radkersburg blieb bis Juli 1920 besetzt. Der Friedensvertrag von St.
Germain machte Radkersburg zur Grenzstadt. Die Mur bildete die Grenze
zwischen Österreich und Jugoslawien.
Radkersburg war zu Ende des Zweiten
Weltkrieges schwer zerstört. Nur vier von insgesamt 321 Häusern
blieben unbeschädigt. Im April 1945 wurde die Stadt von sowjetischen
Truppen besetzt, die im Juni von britischen Truppen abgelöst wurden.
Das Russendenkmal am Grazertorplatz erinnert an diese Zeit.
1978 wurde Bad Radkersburg als bisher
einzige Stadt Österreichs mit der Europagoldmedaille für Denkmalpflege
ausgezeichnet. Von der Romanik bis zum Jugendstil finden wir hier sämtliche
Baustile vertreten.
Die Analyse der Mineralwasserquelle
Ende 1950, der Bau des Kurzentrums und die Erschließung der
Thermalquelle 1978 machten Bad Radkersburg zu einem Kur- und
Tourismusort mit 2.000 Einwohnern.